Hier finden sich meine Blog-Artikel zum Thema IT-Dienstleistungen.

Einführung

Das Modell Online Kongress hat in den vergangenen 3 Jahren Einzug nach Deutschland, Österreich und die Schweiz gehalten. Online Kongresse kommen ursprünglich aus dem amerikanischen Sprachraum und haben dort bereits vorher viele Menschen erreicht und begeistert. Selten konnte ein bewegendes und interessantes Thema einer breiten Masse über das Internet so gut transportiert werden, wie mittels dieses Formats. Doch wie funktioniert es eigentlich und was steckt hinter diesem Schlagwort Online Kongress?

Dieser Artikel soll einen Überblick über das Konzept dieses Mediums vermitteln und gleichzeitig einen Einstieg geben. Weiterhin soll auf die wichtigsten Erfolgsfaktoren und Aufgaben bei der Planung eingegangen werden. Abschließend werden die Grundzüge einer möglichen technischen Realisierung vermittelt und Faktoren zur Auswahl geeigneter Webanwendungen herausgestellt.

Ein weiteres Ziel dieses Artikel soll es sein, einem größeren Nutzer-Kreis die Informationen zum Konzept Online Kongress näherzubringen und diese dafür zu sensibilisieren, ob es für sie ein geeignetes und passendes Modell darstellt. Viele Anbieter auf dem “Online Kongress Coaching Markt” ködern potentielle Veranstalter mit herausragenden Versprechungen und verkaufen ihre Dienstleistung im gleichen Zug zu utopischen Preisen. Hat der unbedarfte Interessent erst einmal dem Coaching zugesagt, so hat er bereits zu Beginn einen Kostenfaktor, der erst einmal refinanziert werden möchte.

Überblick Online-Kongress

Wie bereits zuvor kurz angedeutet wollen Online Kongresse ein spezifisches Thema einer möglichst großen Teilnehmerzahl vermitteln. Sie bedienen sich einer sehr großen Community von Interessenten zu einem Thema und sie leben von der Verbreitung durch diese Community (Teilnehmer).

Online-Kongresse stellen eine sehr hohe Anzahl an kostenlosen Inhalten innerhalb kürzester Zeit den Teilnehmern zur Verfügung. Diese Art von Veranstaltung lebt insbesondere von der Begeisterung für ein Thema und den Emotionen die im Rahmen der Videos bzw. Interviews transportiert werden.

Erfolgsfaktoren

Der Erfolg eines Online Kongresses hängt von mehreren Faktoren ab, aber vorrangig:

  • vom Ausmaß der Verbreitung ( Teilnehmer)
  • von der Individualität und der Einzigartigkeit des Themas
  • von der Interaktion mit den Teilnehmern
  • von der Qualität der Inhalte, Referenten / Speaker und der Interviewer
  • vom Erfolg der Werbemaßnahmen
  • vom tatsächlichen Verkauf digitaler Pakete mit den Inhalten
  • von der Stabilität und Funktionsfähigkeit der geeigneten Technik
  • von der Professionalität der Umsetzung

Funktionsweise und Ablauf

Im nachfolgenden Abschnitt soll geklärt werden, wie Online Kongresse funktionieren und wie das Konzept aus Prozess-Sicht umgesetzt werden kann.

Interviews und Videos

Online-Kongresse stellen über einen vordefinierten Zeitraum eine Vielzahl von Inhalten in Form von Interviews oder Videos zu einem konkreten Thema innerhalb (meist 1-2 Wochen) den Teilnehmern kostenlos zur Verfügung. Im Normalfall werden Interviews zwischen zwei Gesprächspartnern über das Internet (online) aufgezeichnet und für eine Ausstrahlung während der kostenlosen Kongress-Woche vorbereitet (Videoschnitt / Produktion).

Für die Interviews / Videos müssen geeignete Referenten gefunden (akquiriert) und für die Angelegenheit begeistert werden. Während der Ausstrahlung werden an einem Tag mehrere Interviews / Videos gleichzeitig gesendet, um einen Anreiz für den Verkauf der Inhalte zu schaffen. (Der Durchschnittsteilnehmer hat normalerweise keine Zeit sich 3-4 Stunden am Tag mit dem Anschauen von Videos zu beschäftigen)

Teilnahme und Kommunikation

Eine Teilnahme am Kongress wird durch Anmeldung an einem Newsletter abgebildet, die mittels Anmeldeformular über eine separate Kongress-Website erfolgt. Die Kommunikation mit den Teilnehmer erfolgt vorranging über eine Newsletter-Liste und eine Facebook-Community. Termine, Interviews / Videos, Verkaufsaktionen werden fast ausschließlich über diesen Newsletter kommuniziert, um die Teilnehmer für die Zeit vor und während des Kongresses erreichen zu können.

Akquisition und Marketing

Kongress-Teilnehmer werden auf mehrerer verschiedenen Ebenen gewonnen, vorwiegend durch

  • Nutzung der Reichweite der Kongress-Referenten
  • Facebook Werbung
  • Empfehlungen der Community
  • Affilitate-Programm
  • Give-Aways
  • weitere Werbemaßnahmen

Finanzierung und Verkauf

Eine Finanzierung des Online Kongress erfolgt durch den Verkauf einer oder mehrerer Varianten von sogenannten „Kongress-Paketen“. Ein Kongress-Paket ist ein Bündel aus einer Vielzahl von Inhalten und besteht fast immer aus:

  • Aufzeichnung aller Interviews / Videos zum gesamten Kongress-Thema (Video-Dateien)
  • Aufzeichnung aller Interviews / Videos als Audio-Dateien
  • Bonusmaterialien wie z.B. Audios, E-Books, Gutscheine, kostenlose Inhalte

Das Kongress-Paket wird möglichst mit einer Vielzahl von Inhalten ausgestattet, um einen großen Anreiz für den Verkauf zu schaffen. Es wird zusätzlich zu einem Aktionspreis (ca. 50% vom “Normalpreis“) während der kostenlosen Ausstrahlung verkauft.

Aufgaben

Als angehender Kongress-Veranstalter steht man natürlich vor einem Berg an Aufgaben, die es zu planen und zu bewältigen gilt. Der folgende Überblick soll einen High-Level Einblick geben, welche Tasks zur erfolgreichen Realisierung angegangen werden müssen bzw. sollten:

  • Thema identifizieren
  • Referenten für Interviews gewinnen
  • Interviews führen bzw. Video-Inhalte mit Referenten aufzeichnen
  • Banner Design für alle notwendigen Plattformen und Komunikationsmedien
  • Facebook Fanpage erstellen und enrichten
  • Kongress-Vorstellungs-Video produzieren
  • Videos bzw. Interviews produzieren
  • Audios zu den Videos produzieren
  • Bonusmaterial entwerfen / produzieren
  • Kongress-Trailer produzieren
  • Newsletter-System einrichten und konfigurieren
  • Domain für Website registrieren
  • Hosting für Website und Videos realisieren
  • Website-Design + Erstellung
    • Newsletter-Anmeldemöglichkeit
    • Anbindung Newsletter-System
    • Erstellung Mitglieder-Bereich
    • Partner-Programm
    • sonstige Seiten bei Bedarf
  • eCommerce System für Verkauf einrichten
    • Produkte (Kongress-Pakete) erstellen
    • Verkaufsseite für Produkt(e) erstellen
    • Affiliate-Programm einrichten
  • Ausstrahlungsmöglichkeit für Videos während Kongress-Tage schaffen
  • Fortlaufende Tätigkeiten
    • Newsletter schreiben und senden
    • Werbung
    • Facebook Posts für Fanpage
    • Weiteres

Die zuvor aufgeführten Aufgaben beschreiben nur auf oberster Ebene die notwendigen toDos. Ein detaillierteres Vorgehen muss jeweils individuell entsprechend der Anforderungen des Kongress-Veranstalters erarbeitet werden.

Technik

Bereits am Anfang wurde erwähnt, dass der Erfolg eines Online Kongress natürlich auch von der geeigneten Technik und dessen Stabilität abhängig ist. Das Wort Online Kongress beschreibt bereits, dass ein Großteil des Aufands tatsächlich in die technische Realisierung fließt. Schätzungsweise 70% des Gesamtaufwands fließen in die technische Umsetzung. Doch welche Kernbereiche sind hier im Fokus?

  • Videos / Interviews
  • Website
  • Facebook-Page
  • Newsletter-System
  • eCommerce-System
  • Hosting

Videos / Interviews

Ziel eines jeden Online Kongress ist es natürlich das individuelle Thema den Menschen näher zu bringen. Dies ist nur möglich, wenn meine Inhalte die Zuschauer überzeugen. Daneben muss allerdings die Technik ebenso gewisse Anforderungen erfüllen, um nicht als unprofessionell nach außen aufzutreten. Schlechtes Bild und kaum verständlicher Ton sollte ebenso vermieden werden wie unzureichende Beleuchtung oder störende Geräusche / Ereignisse im Hintergrund.

Kongress-Beiträge können natürlich in verschiedenen Formen aufgezeichnet werden. Im Falle eines Interviews (Face-to-Face) muss eine geeignete Aufzeichnungstechnik genutzt werden, um beide Interview-Teilnehmer im Video festzuhalten. Dies lässt sich mit Drittanbieter Software für Skype oder z.B. auch über Zoom realisieren.

Alternativ ist es möglich Videos oder Beiträge vor Ort aufzuzeichnen, um diese entsprechend dann während des Kongresses online auszustrahlen. Auch für diese Art stellt sich die Frage der geeigneten Aufzeichnungstechnik wie Videokamera.

Egal welche Form der Aufzeichnung verwendet wird muss ein geeignetes Equipment bereitgestellt werden. Hierzu zählen u.a.

  • Videokamera / Webcam
  • Mikrofon
  • Beleuchtung

Neben der geeigneten Technik für die Aufzeichnung benötigt es auch jene für die Nachbearbeitung.

So wollen Videos optimal produziert werden. Gedanken sollte sich der Kongress-Veranstalter über Video-Schnitt und Produktion machen, damit die Interviews ansprechend für den Teilnehmer gestaltet werden. Auch für das Kongress Paket möchten im Normalfall Zusatz-Audios bereitgestellt werden, so dass diese ebenso zu erstellen sind.

Hosting

Grundvoraussetung für die eigene Kongress Website und die angebotenenen Videos sind geeignete Hosting Anbieter. Bzgl. des Website Hostings gelten alle Anforderungen die auch an eine professionelle Homepage gestellt werden. Hierbei steht natürlich das Wort Performance im Vordergrund, um Anfragen an den Webserver innerhalb kürzester Zeit verabeiten zu können, ohne das der Besucher zu lange warten muss und ggf. abspringt und die Seite verlässt.

Spezifisch für einen Online Kongress sind die erhöhten Anforderungen an das Last-Verhalten des Webservers. Die Art der Kommunikation per E-Mail hat zur Folge, dass an den Kongress-Tagen viele Teilnehmer gleichzeitig die Website besuchen werden, um sich die Videos kostenlos anzuschauen. Demensprechend muss die Technik den Ansturm vieler Besucher zur etwa gleichen Zeit verkraften ohne das die Webserver die Anzahl der Anfragen nicht mehr verarbeiten können.

Analog verhält es sich mit dem Traffic, welcher durch das Anschauen der Videos entsteht. Darum ist es nicht sinnvoll die Videos selbst auf dem Webserver zu hosten, sondern bei einem separaten Hosting Provider. Realisiert werden kann das Video Hosting z.B. mittels des Anbieters Vimeo oder über die Amazon S3 Cloud. Auch hier gibt es mehrere Anstätze, die zum Ziel führen. Hinzu kommt, dass spezielle Video Hosting Provider wie Vimeo zusätzliche Features anbieten, durch welche Videos sicherheitstechnische geschützt werden können, ohne das diese von außen an anderen Stellen eingebunden werden können.

Website

Ein zentraler Anlaufpukt für die Kongress-Teilnehmer ist die Website zum Event. Diese ist quasi das Schaufenster und stellt den zentralen Ort für die Anmeldung zum Online Kongress dar.

Welche zentralen Bestandteile benötigt also die Website?

  • Landingpage mit Newsletter-Anmelde Formular / Popup
  • Übersicht zu den Referenten / Speakern
  • bei Bedarf separate Seiten zu den Speakern mit Zusatzinfos
  • Content-Seite zum Partner-Programm (Afilliate)
  • Mitglieder-Bereich
  • Landingpages für Ausstrahlung der Videos

Technisch lassen sich diese Bestandteile natürlich auf vielen möglichen Wegen realsieren. Um Individual-Entwicklungen und noch teureren Programmieraufwand für die große Anzahl an Funktionalitäten (Features) zu vermeiden, empfiehlt sich die Verwendung des Content-Management-Systems “Wordpress”. Hierfür gibt es bereits viele vorhandene Lösungen, welches bereits WordPress standardmäßig (out-of-the box) mit sich bringt oder mittels Plugins nachgerüstet werden kann. Nichtsdestotrotz müssen durch die nachträglichen Anpassungen (Customizing) hinsichtlich Design ebenso Aufwände eingeplant werden.

Der nicht versierte Nutzer wird hier allerdings schnell an seine Grenzen stoßen, insbesondere wenn es an die Anbindung des Newletters-System oder die Realsierung des Mitglieder-Bereichs geht. Auch muss z.B. eine Schnittstelle zwischen Website (Member-Bereich) und eCommercePlattform geschaffen werden, damit Käufer automatisch Zugriff auf die erworbenen Videos im Rahmen des Kongress-Paketes erhalten. Detailarbeit wie Anpassungen am Design erscheinen auf den ersten Blick als einfach, stellen sich in der Praxis jedoch ohne Programmierkenntnisse als unüberwindbar heraus.

Facebook Page

Ein wichtiges Mittel um das Thema des Kongresses den Teilnehmern näher zu bringen, ist die Facebook-Page. Diese dient der Community als Treffpunkt und dient dem Austausch untereinander bzw. mit den Kongress-Veranstaltern. Bzgl. der Realisierung einer Facebook-Page im Kontext Online Kongress gibt es zwei grundlegende Ansätze.

Der erste beschreibt die Verwendung einer Facebook Fanpage, die jedem Interessierten frei zugänglich ist. Interessenten können die Fanpage somit jederzeit abonnieren und an den dort veröffentlichten Inhalten teilhaben. Eine andere Möglichkeit ist die Umsetzung mittels einer geschlossen Gruppe. Sämtliche Informationen werden den Mitglieder erst nach Zutritt zur Gruppe gestattet.

Die technische Einrichtung einer Facebook Fanpage ist für den normalen Benutzer gewöhnlich kein Problem. Beachtet werden müssen natürlich grundlegende Einstellungen wie z.B. Vergabe eines Fanpage Namens oder Einstellungen zum Datenschutz. Trotzdem müssen Details wie z.B. die Erstellung / Verlinkung eines geeigneten Impressums beachtet werden, welches für eine Fanpage in diesem Kontext zwingend ist.

Auch das Auftreten der Fanpage sollte natürlich optisch ansprechend gestaltet sein. Dazu gehören die Einbindung eines geeigneten Header-Banners oder die Anpassung von Tabs und dem Call-to-Action Button.

Newsletter-System

Hauptbestandteil der Technik für den eigenen Online Kongress ist ein Newsletter-System. Auf dem Markt gibt es viele verschiedene Anbieter, welche ähnliche Funktionalitäten anbieten, die eine geeignete Kommunikation ermöglichen. Eine pauschale Antwort für “das beste” Newsletter-System gibt es also so nicht, da die Auswahl meist von den Anforderungen des jeweiligen Veranstalters abhängt. Doch über welche Faktoren sollte man sich Gedanken machen?

  • Empfänger-Anzahl
  • Automatisierungen
  • Anzahl E-Mail Versand
  • Design / Templates
  • Integration mit der Technik auf Website
  • Datenschutz

Die meisten Anbieter wie Klicktipp, Mailchimp oder GetResponse bieten Paketpreise pro Monat abhängig von der Größe der Empfänger-Liste an. So kostet beispielsweise das Paket mit 2800-5000 Empfängern und unbegrenztem E-Mail Versand bei Mailchimp 50,- EUR im Monat. Inkludiert ist bereits die Möglichkeit E-Mails per automatischer Regeln an ein benutzerdefiniertes Segmet zu senden.

Automatisierungen sind dahingehend hilfreich, als dass diese es ermöglichen den Kongress-Teilnehmern Informationen automatisiert und ohne zusätzlichen manuellen Aufwand zuzustellen. So kann bespielsweise eine Gewinn-Spiel Aktion automatisch 1 Tag nach Anmeldung über den Newsletter angekündigt werden, ohne das ein solcher Newsletter jedes Mal manuell einem definierten Teilnehmer Kreis zugesandt werden muss.

Jedes Newsletter-System bietet verschiedene Möglichkeiten E-Mails oder auch externe Anmelde/Abmelde-Formulare zu gestalten. Hierbei kann u.a. mit Templates gearbeitet werden, die als Vorlage für einzelne Newsletter zur Kommunikation genutzt werden können. Dazu wird ein Template einmalig designed und erstellt und kann dann jedes Mal erneut wiederverwendet werden.

Da das Newsletter-System eine in sich eigenständige Webanwendung darstellt, muss dieses natürlich per Schnittstelle an die Kongress-Website angebunden werden. Schließlich sollen Anmeldungen durch die Teilnehmer auch automatisch an die Newsletter-Liste übergeben werden. Dementsprechend muss auf der Kongress-Website eine API (Application Programming Interface) zur Anbindung an das Newslettersystem angesprochen werden. Dies lässt sich für viele Newslettersystem am Beispiel WordPress mittels Plugins nachträglich realisieren. Allerdings ist auch hierfür Konfigurations-Aufwand nötig.

Ein weiteres Thema, welches von vielen Kongress-Veranstaltern meist abgetan wird, ist der Datenschutz. Bei Newsletter-Anmeldung werden persönliche Daten erhoben und gespeichert. Sobald persönliche Daten von EU-Bürgern erhoben werden, sind entsprechende Richtlinien für Unternehmen innerhalb der EU und ebenso in Drittländern zu beachten (Vgl. https://www.datenschutz.org/eu-datenschutzgrundverordnung/). So bedarf es beispielsweise der expliziten Einwilligung zur Newsletter-Anmeldung mittels Checkbox. Verbindlich wird das Thema mit dem anstehenden Inkrafttreten der neuen DSGVO am 25. Mai 2018.

eCommerce-System

Wie bereits im vorangegangenen Kapitel zum Verkauf erwähnt, dient das Kongress-Paket der Finanzierung des Online Kongress. Demzufolge muss ein geeignetes System genutzt werden, über welches der Verkauf abgewickelt wird. Auch in diesem Bereich gibt es natürlich vielfältige Lösungsansätze für die Realisierung.

Eine Möglichkeit wäre die Umsetzung über einen eigenen Online-Shop mit gleicherzeitiger Anbindung eines Affiliate-Systems. Eine solche Alternative gestaltet sich jedoch fast immer als zu Kosten-instensiv hinsichtlich Implementierung und den zusätzlichen rechtlichen Regulatorien, die alle beachtet und eingehalten werden müssen. Als Shop-Betreiber muss sich das Unternehmen um viele Dinge kümmern, die viel Aufwand, Zeit und natürlich Kosten in Anspruch nehmen. Hierunter fallen u.a. folgende Aufgaben:

  • Rechnungsstellung / Stornierungen / Mahnungen
  • Zahlungsabwicklung
  • Rechtliche Rahmenbedinungen zu AGB, Widerruf, Bereitstellung der digitalen Inhalte
  • Kommunikation per E-Mail
  • Datenschutz
  • Weiteres

Darum empfiehlt sich die Verwendung einer Drittanbieter-Software, welche möglichst viele der oben genannten Anforderung abdeckt. Auch hier gibt es mehrere Anbieter wie Affilicon, Shareit, Elopage oder Digistore24, welche geeignet sind.

Das am häufigsten verwendete System ist Digistore24, welches auch ich diesbezüglich allen Online Kongress Veranstaltern empfehle. Der Grund hierfür liegt an der Art des Dienstleisters. Während sich bei Elopage der Kunde selbst um die Themen wie Rechnungsstellung, Widerrufe  usw. kümmern muss, arbeitet Digistore24 nach dem Reseller Modell. Das bedeutet, dass Digistore24 zuerst die Produkte des Anbieters (hier des Online Kongress Veranstalters) kauft und er diese wiederrum an den Endkunden verkauft. Somit muss sich als Veranstalter um deutlich weniger Aufgaben gekümmert werden.

Hinzu kommt der Vorteil, dass Digistore24 ein integriertes Affiliate-System mitbringt, anhand dessen Affiliate Partnerschaften sogar automatisch ohne explizite Einladung hergestellt werden können. Durch Generierung eines individuellen Affiliate-Links können Partner die Produkte des Kongress-Veranstalters einfach und unkompliziert bewerben. Sollte später ein Interessent ein Kongress-Paket erwerben, der ursprünglich über den Afilliate Link kam, so wird dem Partner automatisch die Provision für den Kauf zugeordnet.

Für den Verkauf eines Paketes über Digistore24 fallen natürlich auch Gebühren an, damit sich der Verkaufsanbieter finanzieren kann. Abgerechnet wird hierbei pro verkauftem Produkt. Für jeden Verkauf wird eine Provision von 7,9 % + 1 EUR Transaktionsgebühr erhoben.

Schlussendlich kann man sich als Online Kongress Veranstalter also auf seine Kernkompetenzen bzgl. des Verkaufs konzentrieren.

Anfallende technische Aufgaben sind u.a.:

  • Allgemeine Einstellungen zum Verkauf vornehmen
  • Produkt(e) konfigurieren (Preis, Provision, Banner, Bilder usw.)
  • Bestellformular erstellen (Texte, Bilder, Grafiken)
  • Zahlungsoptionen
  • Affiliate Einstellungen anpassen

Outsourcing

Um den großen Umfang an Aufgaben bewältigen zu können empfiehlt es sich Teile der Umsetzung auszulagern und von extern realisieren zu lassen. Ein Online Kongress ist im Normalfall auch ein Event, welches nicht über 1 Jahr und mehr im Voraus geplant und umgesetzt wird, sondern möchte auf Grund der Dynamik der Community und dem Wettberwerb auch verhältnismäßig rasch geplant und realisiert werden. Hat sich ein Thema herauskristallisiert und ist dieses als Wettbewerbs-fähig einzustufen, so sollte die Umsetzung auch zeitnah erfolgen.

Das Ausmaß des Outsourcings ist natürlich insbesondere auch von den Technik bzw. den Marketing Kenntnissen abhängig.

Mögliche Aufgaben die ausgelagert werden können sind u.a.:

  • Banner-Design
  • Produktion von Videos / Interviews + Trailer + Audios
  • Auswahl und Einrichtung Domain + Website Hosting
  • Auswahl + Einrichtung Video Hosting + Konfiguration
  • Website-Design + Erstellung + Member-Bereich
  • Einrichtung + Automatisierung Newsletter-System
  • Konfiguration eCommerce System
  • Werbung (Facebook, TV, Sonstige)

Fazit

Der Beitrag hat veranschaulicht, wie das Online Kongress System funktioniert, welche Faktoren zum Erfolg eines Kongresses beitragen und welche Aufgaben im Rahmen der Realisierung umgesetzt werden müssen. Dazu wurden die wichtigsten Bestandteile bzgl. der technischen Realisierung aufgezeichnet und Faktoren zur Auswahl geeigneter Webanwendungen veranschaulicht. Marketing-Aspekte zu den Themen Werbung, Landingpages oder Newsletterkommunikation wurden angerissen, könnten jedoch auf Grund des inhaltlichen Umfangs einen weiteren eigenen Artikel füllen.

Bereits der Umfang der verschiedenen Disziplinen zeigt, dass für die Realisierung eines Online-Kongresses viel Aufwand eingeplant werden muss. Insbesondere Technik und Werbung erfordern im Detail Fachkenntnisse. Eine ausreichend große Teilnehmerzahl wird nichts nützen, wenn die Videos mit schlechter Qualität aufgezeichnet und anschließend laienhaft produziert wurden, da die Teilnehmer dann nicht bereit sind das Kongress-Paket zu kaufen. Auch muss die Technik durch Funktionalität und Stabilität punkten, da sonst spätestens die Kongress-Ausstrahlung zum Disaster wird. Genauso verhält es sich mit den Aspekten des Marketings. Um neue Teilnhemer gewinnen zu können, müssen gezielt Marketing-Maßnahmen umgesetzt werden, mit denen “Kongress-Neulinge” meist nicht vertraut sind.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Homepage Design – einfach war gestern


Wer vor 20 Jahren eine eigene Hompage für sein Unternehmen benötigte, musste sich weitaus weniger Gedanken über einzelne Fachgebiete machen, als es heute der Fall ist. Während zur damligen Zeit noch statische Inhalte wie Bilder und Texte, kombiniert mit einer soliden Technik aus HTML ausreichend waren, sind die Anforderungen an eine Webseite heute enorm gewachsen.

Technologien wie Javascript, PHP, HTML5 und CSS sorgen für dynamische Inhalte und ermöglichen optimale Formatierungen und eine optisch überzeugende Anzeige der Webseiten. Während die Darstellung der Homepage damals fast ausschließlich für max. 2 verschiedene Browser (Internet Explorer und Netscape) und den Desktop PC genügten, sind die Anzeige-Möglichkeiten heute durch unterschiedlichste Browser Versionen und Endgeräte (Viewports) äußerst vielfältig geworden. Mobilität ist in den letzten Jahren massiv in den Vordergrund gerückt.

Auf die zunehmende Komplexität reagieren Anbieter wie Wix oder Jimdoo mit Homepage-Baukästen, die ihren Kunden versprechen, dass diese ihre Websites möglichst optimal selbst gestalten und umsetzen können. Hierbei bleiben jedoch Fachgebiete auf der Strecke, die sich nicht durch Standard-Lösungen abdecken lassen. Der zunehmende Wettbewerb im Internet zwingt vor allem Unternehmen, sich mit dem Thema Suchmaschinenoptimierung (SEO) zu beschäftigen.

Dieser Artikel soll einen Überblick geben, welche Bereiche heutzutage eine zunehmend vordergründige Rolle spielen und zum ganzheitlichen Erfolg einer Internet-Präsenz beitragen.

Alleinstellungsmerkmale


Auf Grund der standardisierten Möglichkeiten mittels Baukastensystem eine Website zu erstellen, wirken heute viele Internet-Präsenzen austauschbar. Dies beginnt bei den verwendeten Farbschemas und setzt sich bei einheitlichen Headern mit Bild fort. An dieser Tatsache ist auf den ersten Blick nichts auszusetzen, sofern es sich um ein privates oder Vereinsprojekt handelt, welches nicht wirtschaftlich bzw. Gewinn-orientiert planen muss.

Spätestens jedoch wenn es darum geht, sich von der Konkurrzenz abzuheben, ist ein einfaches Homepage Design nicht mehr ausreichend. Der Besucher soll sich an Ihre Homepage ergo Firma erinnern und einen möglichst positiven Gesamteindruck gewinnen. Die Website kann hier mit einem Schaufenster verglichen werden, welches 24h geöffnet hat und ansprechend und einladend gestaltet sein sollte.

Wiedererkennungswert und Corportate Design

Zu einem professionellen Auftreten gehören Wiedererkennungsmerkmale. Eines der wichtigsten ist das Logo der Firma. Hat dieses einen hohen Wiedererkennungswert, so finden neue Kunden auch im realen Leben leichter zu Ihnen, da sie sich beispielsweise an Ihr Logo auf der Webseite erinnern.

Ebenso verhält es sich mit einem einheitlichen und durchgängigen Farbschema, einer einheitlichen Schrift und grundlegenden Design-Motiven über alle Medien hinweg. Der auch mit Corporate Design bezeichnete Ansatz soll dafür sorgen, dass beispielsweise Ihre Facebook Fanpage, Ihr Youtube-Kanal, Ihre Homepage und Ihre Flyer bzgl. des Erscheinungsbildes wiedererkannt werden. U.a. können dadurch neue Produkte deutlich einfacher mit Ihrer Firma von Ihren Kunden assoziiert werden.

Individualität und Konzept

Einer der wichtigsten Punkte ist die Individualität ihres Internet-Auftritts. In einer stark touristisch orientierten Region findet sich ein hoher Wettbewerb um neue Hotelgäste. Ein Hotel wird sich hier nicht aus der Masse abheben, indem es seine Zimmer mit einfachen Bildern darstellt und seine Preise auf der Website ausweist. Vielmehr benötigt es sowohl real, als auch auf der eigenen Website Angebote, die es von seinen Konkurrenten unterscheidet.

Ein Hotel z.B., welches sich als Konzept eine Ausrichtung auf Kinderfreundlichkeit erarbeitet hat, hätte z.B. unterschiedliche Aktivitäten mit Standorten für Kinder im Angebot, wo sich diese austoben und vergnügen könnten – angefangen beim Safari Spielplatz, über die Event-Betreuung mit Kinderdisco bis hin zum Indoor Klettern – und kann dies gezielt auf der Homepage präsentieren.

Interaktion und Funktionalität

Um das zuvor beschriebene Angebot optimal darstellen zu können, könnte eine interaktive Heatmap für die verschiedenen Aktivitäten auf der Homepage umgesetzt werden. Eine klickbare Übersichtskarte der Standorte mit Hovereffekt könnte zu näheren Beschreibungen der Aktivitäten führen. Auf den einzelnen Seiten der Aktivitäten bzw. Standorte könnten u.a. Videos eingebettet sein, welche die Aktivitäten vorstellen und die Kinder beim Spielen, Tanzen und Klettern filmen.

Interaktive Elemente sind also ein entscheidender Faktor, damit das Interesse der Besucher geweckt wird und sich diese nicht auf Ihrer Seite langweilen. Während online Buchungssysteme für Hotelzimmer mittlerweile zum Standard gehören, ließe sich der Online-Service für Hotelgäste beliebig mittels Features erweitern. Ein Tisch-Reservierungssystem für Themen-Abende ist genauso vorstellbar wie eine online Bestellfunktion für die Lieferung von Mahlzeiten in das Hotelzimmer.

Mobilität der Nutzer


Aktuelle Beobachtungen im Hinblick auf die verwendeten Engeräte der Homepage Besucher zeigen, dass die Nutzer von Desktop-PCs weiter auf dem Rückzug sind. Mittlerweile surfen anhand eigener Beobachtungen 50% der Besucher mittels Smartphone oder Tablet, wobei die Smartphone Nutzer den Großteil einnehmen.

Responsive Homepage Design

Wer sich bereits mit dem Thema mobiles Surfen befasst hat, dem sollte das Wort responsive bekannt sein. Ein Homepage Design ist responsive, wenn es sich an die Eigenschaften des Engeräts anpassen kann (insbesondere hinsichtlich Darstellung und Anordnung von Elementen). Ein einfaches Beispiel ist eine Inhalts-Seite die aus zwei Spalten besteht. In der linken Spalte befindet sich Text und in der rechten Spalte ein Bild. Bei einer Webseite, welche nicht den Ansatz responsive verfolgt, wird z.B. auf einem Smartphone das Bild in der rechten Spalte erst dargestellt, nachdem der Nutzer mit dem Finger dorthin wischt. Oder die beiden Spalten werden viel zu klein und ebenso unlesbar nebeneinander angezeigt. Beim responsive Homepage Design hingegen wird nur die linke Spalte mit Text auf dem Smartphone angezeigt und und die rechte Spalte nach unten umgebrochen, so dass die Elemente nacheinander durch scrollen erreichbar sind. Die korrekte Darstellungsgröße bleibt erhalten.

Qualitätssicherung für Webseiten

Sollte also ein Besucher Ihrer Webseite auf seinem Handy nicht optimal surfen können, so wird er mit hoher Wahrscheinlichkeit abspringen und Ihre Seiten verlassen. Umso wichtiger ist es, dass das Homepage Design für die Nutzung unterschiedlicher Endgeräte (Viewports) geeignet ist. Dementsprechend ist es also für Inhaber einer Website von Bedeutung sicherstellen zu lassen, dass auf verschiedenen Engeräten einerseits die Darstellung bzw. Anzeige in Ordnung ist und andererseits auch die Funktionalitäten nach Vorgabe arbeiten.

Größere Unternehmen lassen Ihre Internet-Präsenzen und dahinter befindlichen Applikationen professionell Qualitätssichern. Diese sind auf Grund Ihrer Geschäftslogik und verschiedensten Technologien deutlich komplexer als Webanwendungen von kleinen und mittelständischen Unternehmen. Deshalb werden u.a. deren Funktionalitäten mittels manueller und automatisierter Software-Tests verifiziert. Dadurch kann ein reibungsloser Betrieb auf unterschiedlichen Endgeräten, Betriebssystemen und Browsern sichergestellt werden.

Mobile first

Neuere Ansätze zur Website-Entwicklung verfolgen mittlerweile die Strategie “Mobile first”, bei welcher primär für Mobilgräte entwickelt wird. Das Homepage Design wird hierbei im ersten Schritt gezielt auf Endgeräte wie Smartphones ausgerichtet. Erst später wird die Anzeige-Variante für Desktop-Geräte ergänzt. Grundtenor dieses Ansatzes ist eine Beschränkung auf das Wesentliche einer Internet-Präsenz. Hierbei stehen insbesondere auch die Aspekte wie Performance (Ladezeiten) und schlanker Quellcode im Vordergrund.

Kurzlebigkeit und Integration

Soziale Netzerke wie Facebook oder LinkedIn tragen zunehmend dazu bei, dass sich das klassiche Surfverhalten verlagert. Während früher Homepages der Hauptanlaufpunkt für Internet-Besucher waren, bilden heute Netzwerke wie Facebook oder Youtube den primären Einstieg für den Internetnutzer. Dies wird weiterhin durch die Nutzung von Apps auf dem mobilen Endgerät begünstigt. Informationen werden also aus Nutzersicht zunehmend an anderen Stellen im Unterschied zur klassichen Homepage gesucht.

Absprungverhalten und Navigation

Gleichzeitig verkürzt sich die Aufmerksamkeitsdauer auf den jeweiligen Seiten durch Zeitmangel und Stress der Nutzer. Abgelenkt durch die vielen Probleme und Aufgaben des realen Lebens, erwarten die Nutzer Informationen möglichst schnell und effektiv zu finden. Sollte diese Erwartungshaltung nicht erfüllt werden, so springt der Nutzer sofort ab. Ziel eines modernen Homepage Design sollte es also sein, dem Besucher die Informationen dort bereit zu stellen, wo er sie auch erwartet. Alternativ muss ihm ein möglichst benutzerfreundlicher Weg dorthin aufgezeigt werden. Klassiche Menülinks mit relevanten Seiten sind deshalb schon längst nicht mehr ausreichend. Der Nutzer sollte u.a. durch Funktionen wie Suche, Navigation mittels Breadcrumbs und gut integrierte und auffällige Sitelinks unterstützt werden.

Vernetzung von Seiten und Shareing

Auch die Integration zwischen sozialen Plattformen ist sehr wichtig. Verkaufe ich beispielsweise Produkte über meine Homepage oder meinen Online-Shop so kann ich auf Facebook meine hinterlegten Produkte direkt mit den Produktseiten auf meiner Webseite verknüpfen. Potentielle Interessenten finden somit den kürzesten Weg für den Einkauf und müssen nicht umständlich dorthin navigieren.

Umgekehrt lässt sich diese Integration natürlich auch für Besucher auf der eigenen Webseite nutzen. Um zu verhindern, dass Besucher die eigene Seite verlassen und über andere Quellen wie Youtube oder Google nach einem Inhalt suchen, können z.B. Themen-relevante Videos auf Seiten eingebettet werden.

Sollten Inhalte den Nutzern gefallen, so sollten diese auf einfachem Wege anderen Nutzern geteilt werden können. Sharebuttons sind nützliche Werkzeuge um Informationen auf schnelle Art und Weise in anderen Netzwerken zu verbreiten. Der Schneeballeffekt des Teilens kann einen hochwertige Beitrag oder ein spannendes Video in kürzester Zeit hundert- bis tausendfach verbreiten und zur Popularität ihrer Webseite entscheidend beitragen.

Suchmaschinenoptimierung (SEO)


Was nützt einer Firma das beste Homepage Design, wenn deren Website nicht gefunden wird? Vor einigen Jahren waren die Suchalgorithmen von Google noch verhältnismäßig durchschaubar und stellenweise einfach gestrickt. Bei der Implementierung einer Webseite konnte beispielsweise für eine spezifische Seite ein Keyword relativ häufig verwendet werden (während der Inhalt sich um ein ganz anderes Thema drehte), was schon ausreichend dafür war, dass die Seite innerhalb der Suchergebnisse weiter oben zu finden war.

Auch heute entscheiden Algorithmen über den Rang einer Seite bzgl. der Suchergebnisse von Google. Die Regeln sind jedoch komplexer und die Anzahl der Faktoren für ein besseres Ranking umfassender geworden. Um bei Google einen höheren Anzeige-Rang zu erhalten werden mittels SEO zwei Optimierungsstrategien verfolgt. Grundsätzlich wird zwischen OnSite und OffSite Optimierung von Webseiten unterschieden.

Bei der OnSite Optimierung werden inhaltliche, technische und strukturelle Aspekte der Homepage betrachtet. U.a. werden z.B. Texte und Metainformationen so optimiert um im Hinblick auf einen Suchbegriff (Keyword) ein möglichst gutes Ranking bei Google zu erreichen. Beispielsweise wird darauf geachtet, dass ein relevantes Keyword in der Überschrift der Seite oder des Beitrags Verwendung findet. Die Offsite-Optimierung hingegen verfolgt das Ziel durch externe Faktoren, die das Ranking beinflussen, eine höhere Position bei Google zu provozieren. Beispielsweise hat die Anzahl der auf die eigene Website verweisenden Domains (Domain Authority) eine Auswirkung darauf.

OnSite-Optimierungen

Bei der Umsetzung einer Website bzw. dessen Design wird idealerweise OnSite Optimierung betrieben. Hierbei stehen u.a. die einzelnen Seiten mit Ihren Textformulierungen im Vordergrund. Das Unternehmen muss sich darüber im Klaren sein, welche Zielgruppe es erreichen möchte, um die eigenen Dienstleistungen vorzustellen bzw. verkaufen zu können. Im Hinblick auf dieses gesetzte Ziel muss also eine Seite darauf ausgelegt werden, nach was für Suchbegriffen Interessenten, Käufer oder Kunden suchen, damit sie genau Ihre Seite unter den Suchergebnissen von Google möglichst weit oben finden. Diese Art der Suche wird auch organische Suche genannt. Je relevanter eine Seite im Hinblick auf das Suchwort, umso höher wird sie in den organischen Suchergebnissen gelistet.

Überschriften, Textlänge, Keyword-Dichte oder auch Meta-Beschreibungen spielen in diesem Kontext eine entscheidende Rolle. Hinzu kommen – wie bereits weiter oben erwähnt – technische Faktoren. Die Ladezeit einer Webseite (Performance) ist ein wichtiger Indikator für die Benutzerfreundlichkeit. Kein Besucher möchte lange warten, weshalb Google dieses Merkmal auch in seiner Rangfolgenberechung einbezieht.

OffSite-Optimierungen

Mindestens genauso relevant ist die oben erwähnte Off-Site Optimierung. Insbesondere nach Abschluss des Homepage Design fängt der Lebenszyklus einer Webseite erst richtig an. Im Normalfall ist die Domain im Internet unbekannt. Eine Homepage erhält erst ein gewisses Vertrauen und eine entsprechende Relevanz bei Google, wenn sie auch auf anderen Seiten erwähnt bzw. verlinkt wird. Das genannte Vorgehen wird auch als Linkbuilding bezeichnet.

Ein erster Schritt, um eine Website also bekannter zu machen, besteht darin, sie anfangs in einigen Verzeichnissen einzutragen. Hierfür können im speziellen Firmenverzeichnisse genutzt werden. Insbesondere ein Eintrag in Google My Business ist für Unternehmen empfehlenswert, da Ihr Unternehmen bei Suchen von Nutzern in deren Umkreis innerhalb der Suchergebnisse auf der ersten Seite vorgeschlagen werden kann.

SEO Studie

Laut einer aktuellen SEO Studie aus dem Jahr 2017 des rennomierten Unternehmens SEMrush sind folgende Faktoren am meisten wichtig für das Google Ranking einer Webseite:

(Absteigend von wichtig nach weniger wichtig)

  • Direkte Webseiten-Besucher
  • Aufenthaltsdauer auf der Seite
  • Aufgerufene Seiten pro Sitzung
  • Absprungrate
  • Gesamtanzahl der auf die Homepage verweisenden Domains
  • Gesamtanzahl der Backlinks
  • Gesamtanzahl der auf die Homepage verweisenden IPs
  • Gesamtanzahl der follow-Backlinks
  • Inhaltslänge
  • Webseiten Sicherheit (https)
  • Gesamtanzahl der Ankerlinks
  • Keyword im Text (Body)
  • Keyword-Dichte
  • Keyword im Titel
  • Keyword in der Meta-Beschreibung
  • Video auf der Seite

Anhand der Studie wird deutlich, das ein erheblicher Teil der relevanten Faktoren für ein gutes Google Ranking die Offsite-Optimierungen darstellen. Somit ist es nicht damit getan, das Homepage Design abzuschließen und danach auf neue Besucher zu warten. SEO ist ein kontinuierlicher Prozess der fortlaufend verfolgt werden sollte.

 

Die Technik

Die technischen Aspekte bei der Umsetzung eines Homepage Design wurden bereits in den vorangegangen Kapitel zu Teilen angedeutet. Das Thema Technik gestaltet sich insgesamt ebenso als sehr komplex, so dass ich nur auf ein paar wenige Details diesbezüglich eingehen möchte.

Vor einigen Jahren haderte die Internet-Community noch damit, grundsätzlich Javascript Code im Browser zuzulassen. Sicherheits-kritische Benutzer hatten solche Technologien im Browser explizit unterbunden.

Status quo

Heutzutage findet Javascript Code in fast jeder Website Verwendung, egal ob für Werbebanner Popups, Newsletteranbindungen oder Google-Analytics Tacking. Asynchrone Aufrufe ermöglichen adhoc Abfragen zu beispielsweise Standortdaten auf Google-Maps Karten, ohne dass die Website erneut geladen werden muss. Die Einsatzszenarien sind vielfältig und ermöglichen somit ein weitreichendes Spektrum an Features und dynamischen Funktionalitäten.

Ebenso ermöglicht die Verwendung von PHP oder ASP.NET in Verbindung mit HTML eine Server-seitige dynamische Auslieferung von Inhalten. Anzuzeigende Inhalte wie z.B. Blog-Beiträge können in Kombination mit einer dahinter liegende Datenbank automatisiert bereitgestellt und zur Anzeige gebracht werden. Um die optimale Anzeige kümmert sich der Entwickler schließlich mittels CSS und HTML, um ein responsive Homepage Design zu realisieren.

Um die Inhalte (Content) von der Technik zu trennen, werden heutzutage für fast jedes Website-Projekt sogenannte Content-Management-Systeme (CMS) verwendet. Während die Inhalte und Konfigurationen aus technischer Sicht vorwiegend innerhalb einer Datenbank persistiert werden, finden sich die zuvor angesprochene Programmlogik und die Formatierungsinformationen innerhalb von Dateien auf dem Webserver. Das CMS ermöglicht über eine Administrationsoberfläche sowohl Verwaltung von Inhalten und Design, als auch bestimmte Konfigurationen auf technischer Ebene.

Technischer Trend

Doch auf welche Aspekte sollte bei der technischen Umsetzung zunehmend geachtet werden?

Da der Trend, wie bereits im Kapitel “Mobilität der Nutzer” erwähnt, sich fortwährend weiter Richtung Smartphone bzw. Tablet entwickelt, spielen die Faktoren Übersichtlichkeit, Benutzbarkeit und Performance immer mehr eine Rolle. Um eine entsprechende Übersichtlichkeit zu gewährleisten könnten die Entwürfe des Designs auf das Smartphone ausgerichtet werden.

Anstatt Javascript ist es beispielweise sinnvoll, HTML5 zu nutzen. Der Programmieraufwand und überflüssiger Quellcode sollten reduziert werden, indem sich auf das Wesentliche konzentriert wird. Insbesondere große Grafiken bzw. Bilder erfordern lange Ladezeiten. Eine Optimierung mittels Skalierung und Komprimierung der Bilder vorab sollte diesbezüglich zum Standard gehören.

Optimierungsmöglichkeiten

Darüber hinaus ergeben sich natürlich viele weitere Optimierungsmöglichkeiten, die die Geschwindigkeit der Auslieferung einer Webseite beeinflussen. Nachfolgend ein Überblick über mögliche Maßnahmen, die sich gleichzeitig auch positiv auf die Suchmaschinenoptimierung auswirken:

  • Den Hosting Provider gezielt im Hinblick auf Serverstandort und Performance wählen
    • insbesondere Antwortzeiten der Server und Hardwareaustattung müssen beachtet werden – z.B. sind SSD Festplatten zu bevorzugen
  • Asynchrones Laden von Bildern realisieren
    • Bilder werden erst im Browser gerendert, wenn der Nutzer zur jeweiligen Stelle scrollt
  • Server-side Caching umsetzen
    • sehr effektiv wenn viele verschiende Nutzer auf die selben dynamisch erzeugten Inhalte von Seiten zugreifen wollen
  • Browser-side Caching umsetzen
    • Die Ladezeiten eines Benutzers können reduziert werden, indem häufig genutze Dateien wie CSS, Javascript, Bilder oder Ressourcen im Cache vom Browser abgelegt werden
  • GZIP Kompression implementieren
    • Seiten und Ressourcen können komprimiert werden, bevor sie gesendet werden
  • Javascript und CSS Dateien zusammenfassen
    • anstatt mehrere Dateien vom selben Typ vorzuhalten, kann ein gebündeltes File erstellt werden – http Requests können dadurch reduziert werden
  • Javascript asynchron oder verzögert laden
    • Javascript Code der eventuell das Rendern der Website blockiert, kann dadurch vorgebeugt werden

Backupmechanismus

Ein wichtiger Punkt der gerne vernachlässigt wird, ist das Thema Backup. Erst vor kurzem ist mir der Satz am Telefon begegnet. “Ich habe eine Homepage bei meinem Anbieter XY. Eines Tages wollte ich meinen Homepage-Baukasten benutzen und es ist nichts mehr zu sehen”. Die technische Umsetzung sollte es jederzeit ermöglichen, ein aktuelles Backup bzw. einen aktuellen Stand der Website wieder einspielen zu können. Es kann viele Gründe geben, warum eine Webseite nicht mehr online verfügbar oder ansprechbar ist. Die vermutlich unangenehmste Art ist es, als Inhaber einem Hacker-Angriff zum Opfer gefallen zu sein. Genau für diesen Umstand sollten Sie gewappnet sein. Insbesondere für Online-Shops bzw. eCommerce Unternehmen kann dadurch ein hoher wirtschaftlicher Schaden entstehen, den es zu verhindern gilt.

 

Inhalt und Marketing

Inhalte sind bildlich gesprochen die tragenden Mauern einer Webseite. Folgende grundlegenden Fragen in Bezug auf den Inhalt sollte sich jede Firma stellen, sofern Sie über Ihren eigenen Internet-Auftritt nachdenkt:

Welche Inhalte möchte ich grundsätzlich auf meiner Webseite präsentieren?

Viele Webseiten sind auch heute noch austauschbar, da sich u.a. die Inhalte nur geringfügig unterscheiden. Bei mehreren Konkurrenten werden ein paar Sätze heraus kopiert und hier und da ein wenig umformuliert. Persönlichkeit und Individualität sind ein Fremdwort. Mit zunhemender Bekanntheit und Größe einer Firma oder einer Organisation verschiebt sich die Wichtigkeit der Inhalte ein wenig nach unten. Andere Faktoren wie die Vermittlung von Emotionen oder Markenbekanntheit rücken in den Vordergrund. Jedoch gilt insbesondere für Neugründer und Startups, dass die Inhalte sich von den Mittbewerbern deutlich unterscheiden sollten. Besucher müssen den Mehrwert der Information, der Dienstleistung oder des Produkts erkennen, damit diese zu neuen Kunden werden können.

Wie kann ich diese Inhalte so darstellen, dass Sie gefunden werden?

Natürlich gibt es viele Strategien, damit Ihre Inhalte auf der Homepage gefunden werden. Das Kapitel Suchmaschinenoptimierung hat bereits einen Einblick darüber gegeben, wie mittels OnSite-Optimierung spezifische Seiten bzgl. des Google Rankings aufsteigen können. Der Prozess der OnSite Optimierung kann professionell von einer SEO Agentur unterstützt werden, ist allerdings für Neugründer keine günstige Angelegenheit.

Neben der Strategie neue Besucher durch SEO zu akquirieren, gibt es natürlich weitere Maßnahmen, die insbesondere in den Bereich des (Online)-Marketings fallen.

Dazu gehören u.a.:

  • Beiträge bzw. Artikel mit Website-Links in Sozialen Netzwerken verfassen
  • Online-Werbung im Google-Netzwerk – Such- und Displaynetwork Kampagenen (Ad Words)
  • Online-Werbung in Social Networks wie z.B. Facebook, LinkedIn oder Youtube
  • Klassische Werbemittel mit Werbung für Ihre Webseite (Flyer, Plakate, Autowerbung, Aufsteller usw.)
  • Newslettermarketing
  • und weitere

Wie relevant sind diese Inhalte für meine Interessenten oder Kunden?

Bereits im Kapitel SEO ist anhand einiger Stellen deutlich geworden, wie wichtig die Inhalte auch für das Ranking bei Google sind, damit Besucher den Weg zu Ihrer Website finden. Doch was nützen Ihnen viele Besucher, wenn diese nicht finden, nach was sie eigentlich suchen? Nehmen wir an, das im ersten Absatz beschriebene Hotel mit Ausrichtung auf Kinderfreundlichkeit hat eine Seite auf seiner Website die den erwähnten Safari Spielplatz näher beschreibt. Die Seite wird jedoch vorwiegend von Interessenten gefunden, die sich für Hotels und Outdoor Safari interessieren. Jene Besucher werden Ihre Seite mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder verlassen, da das Angebot nicht zu ihrer Erwartungshaltung passt. Aus Sicht der Suchmaschinenoptimierung entsteht eine hohe Absprungrate. Absprungraten lassen sich z.B. mittels Google Analytics messen und sind ein wichtiger Indikator für die Relevanz.

Ein weiterer Faktor für die Relevanz ist der Umfang und die Aussagekräftigkeit der Inhalte. Über ein Thema kann natürlich viel geschrieben und gefachsimpelt werden, ohne dass inhaltlich tatsächlich etwas dem Leser transportiert wird. Genauso verhält es sich manchmal bei Marketing Texten, wo sich der Leser schlussendlich fragt, was denn nun die Vorteile des Produktes sind, oder inwiefern dieses ihm einen Mehrwert liefert. Sollte der Besucher den Eindruck erhalten, dass die vermitteltene Aussagen zu schwammig sind oder nur wenig Brauchbares vermitteln, so wird er die Seite mit hoher Wahrscheinlichkeit verlassen. Genauso verhällt es sich, sofern er nicht ausreichend Informationen zu einem spezifischen Thema findet. Dann ist er dazu geneigt weitere Erklärungen an anderer Stelle einzuholen.

Wie kann ich diese Inhalte so darstellen, dass der Besucher sein Interesse in eine konkrete Handllungsabsicht in Bezug auf mein Unternehmen umwandelt?

Mögliche Handlungen sind z.B.:

  • nähere Informationen zu Produkten einholen
  • Dienstleistungen buchen (Seminare, Beratungen etc.)
  • Produkte einkaufen
  • Kontakt per E-Mail oder Formular aufnehmen
  • Anrufen

Grundsätzlich gilt es den Nutzer davon zu überzeugen aktiv zu werden, um beispielweise eine Anfrage per E-Mail oder Kontaktformular an Ihre Firma zu richten. Auch hier existieren viele Konzepte, um den Benutzer auf den Weg dorthin zu geleiten und möglichst dafür zu sorgen, dass dieser nicht abspringt. Kurze Wege im Hinblick auf das Homepage-Design zu den relevanten Informationen können ebenso dazu beitragen wie die Realisierung von kompakten Landingpages.

 

Fazit

Zusammenfassend ist zu bemerken, dass viele unterschiedliche Faktoren und Fachdomänen zum Erfolg einer Website beitragen. Ein solides Homepage Design ist hierbei nicht mehr ausreichend. Zunehmend wichtig werden Alleinstellungsmerkmale hinsichtlich interaktiver Features gegenüber der Konkurrenz gepaart mit einem durchgängigen Corportate Design über alle Plattformen hinweg.

Ein weiteres voranschreitenden des mobilen Surfverhaltens der Nutzer erfordert ein responsive Homepage Design oder sogar einen primären Mobile first Ansatz. Aspekte wie Benutzbarkeit, Qualität und Performance spielen in diesem Kontext eine entscheidende Rolle.

Eine gezieltere Bereitstellung der Informationen muss darüber hinaus beachtet werden, da die klassiche Website nicht mehr Einstiegspunkt Nummer 1 ist. Dem kann entgegengesteuert werden, indem u.a. soziale Netzwerke auf kurzem Wege verknüpft werden. Relevante und wichtige Inhalte sollten für das Teilen vorbereitet sein.

Immer mehr trägt die Suchmaschinenoptimierung zum Erfolg eines Homepage Design bei. Während bei der Implementierung unbedingt OnSite-Optimierung hinsichtlich Inhalten, Struktur und Technik betrieben werden sollte, dürfen nach GoLive der Webseite die OffPage Optimierungen nicht vernachlässigt werden. Eine geeignete Strategie zum Linkaufbau sollte kontinuierlich verfolgt werden.

Auch bzgl. der Technik werden auf Grund der steigenden Anzahl mobiler Nutzer Aspekte wie schlanker Quellcode und Performanceverbesserungen immer relevanter. Bewährte Konzepte wie Komprimierung von Bildern und Grafiken sowie ein verlässlicher Backupmechanismus sind weiterhin unerlässlich. Alle zuvor erwähnten Maßnahmen tragen darüber hinaus zusätzlich zur Suchmaschinenoptimierung bei.

Als eine der stärksten Säulen einer Homepage sind Inhalte einzustufen. Diese sollten sich hinsichtlicht Qualität und Relevanz deutlich von den Wettbewerbern abheben. SEO- und Marketing-Strategien müssen genutzt werden, damit die angebotenen Informationen, Dienstleistungen oder Produkte von Interessenten oder Kunden auch gefunden werden. Dabei ist zu beachten, dass es auch diejenigen Inhalte sind, welche der Besucher auf Ihrer Seite tatsächlich erwartet. Sollte der Nutzer diese Informationen als relevant einstufen, so gilt es Ihn davon zu überzeugen eine Handlung – wie z.B. eine Kontaktanfrage – durchzuführen.

Auf Grund der Komplexität der Themen ist es empfehlenswert sich professionelle Hilfe bei der Erstellung eines Homepage Design einzuholen. Nicht alle angesprochenen Punkte sind für den individuellen Zweck einer jeweiligen Webseite nützlich oder relevant. Auch sind nicht immer alle angesprochenen Maßnahmen für die spezifische Absicht bzw. das Konzept dahinter geeignet. Darum ist es förderlich sich bzgl. der einzelnen Fachgebiete hinsichtlich einer sinnvollen Umsetzung beraten zu lassen. Sollten Sie hierbei Bedarf haben, so stehe ich Ihne gerne unverbindlich für Anfragen zur Verfügung.

Der Abo-Anbieter Herold

Nach dem Umzug meiner Familie von Deutschland in die Oststeiermark bei Fürstenfeld analysierte ich den Markt bzgl. vorhandener Anbieter aus dem Bereich Website-Design und -Erstellung. Hierbei begegnete mir ein österreichischer Anbieter namens Herold. Mein erster Kontakt beschränkte sich auf ein Firmenverzeichnis, welches sich offensichtlich einer hohen Beliebtheit und auch einem guten Ranking bei Google erfreut. Da ich meine neue Website natürlich auch vor Ort bekannt machen wollte, reichte ich einen Eintrag in das von Herold angebotene Firmenverzeichnis ein.

Wenige Tage später wurde der Eintrag bereits gelistet und war mittels Suchmaschine gut auffindbar. Nach Eintragung meiner Firma ins Verzeichnis ergänzte ich noch ein paar Informationen zum Profil über den Mitgliederbereich von Herold. Was mir auf vielen Seiten des Anbieters auffiel, dass überdurchschnittlich oft auf den Kontakt per Telefon hingewiesen wurde.

Auf einer der Webseiten von Herold stolperte ich eher zufällig über einen SEO Check, den ich doch gerne bereitwillig ausführte, da ich natürlich auch ständig darauf bedacht bin, eventuelle Verbesserungen für meine Kunden und mich umzusetzen. Am nächsten Tag erhielt ich einen Anruf einer Marketing Mitarbeiterin der Firma Herold. Diese sprach mich auf den eingereichten SEO Check an und schlug mir unmittelbar ihr “kleinstes” Paket zur Optimierung meiner Website vor. Dies wären insgesamt ca. 4 Stunden Arbeit, die in die OnSite Optimierung meiner Seite von einem Spezialisten investiert werden würden, natürlich mit persönlicher telefonischer Absprache ganz nach meinen Bedürfnissen. Für “nur” etwas über 2000 EUR  bekäme ich diesen “exklusiven” Service. Natürlich könne ich auch größere Pakete in Anspruch nehmen. Ich lehnte dankend ab, da mit diesem Budget bereits eine komplette kleinere Webseite in sehr guter Qualität realisiert werden kann. Trotzdem wollte ich gerne mehr Details über die angebotenen Dienstleistungen von Herold erfahren und bat die Mitarbeiterin um mehr Informationen per E-Mail. Schnell musste ich allerdings feststellen, dass hierfür keine Bereitschaft bestand und mich bis heute auch kein klar definiertes schriftliches Angebot erreichte.

Das Abo-Modell – Website-Nutzung auf Raten

Ich studierte ein wenig die dargebotenen Produkte im Hinblick auf Website-Design und Hosting. Geworben wird mit: “professionell, individuell und kostengünstig”. Ein Verkaufsmodell, bei welchem der Kunde also ein Abo über 36 Monate abschließt und monatlich eine Rate zahlt. Der Anbieter finanziert somit seine Software-Entwicklungskosten durch einen wiederkehrenden Beitrag über einen fixen Zeitraum hinweg, vor allem mit der Absicht, dass der Kunde auch über die 3 Jahre hinaus die Dienstleistung bucht. Es stellte sich für mich heraus, dass dem Kunden allerdings bei dem Herold-Abo kaum eine andere Alternative bleibt.

Das Service-Provider zunehmend auf ein Abo-Modell umsteigen, dürfte den meisten mittlerweile bekannt sein. Software-Anbieter wie Adobe haben bereits vor einiger Zeit diesen Schritt gewagt und sind von einmaligen Kauf-Lizenzen auf monatliche Abos gewechselt. Grundsätzlich spricht auch nichts gegen dieses Modell, sofern für den Käufer transparent dargestellt wird, welche Leistungen und welche Rechte ihm bei der Verwendung der Software zustehen. Die Themen Online-Recht und Urheberrecht sind jedoch den wenigsten Menschen geläufig.

“Das Urheberrecht ist das Recht des „Schöpfers“ an dem „Werk“, das er geschaffen hat. Er ist der Einzige, der bestimmen kann, was mit diesem „Werk“ geschieht.” (Quelle: www.justiz.gv.at)

Doch warum ist das Thema Urheberrecht hier so relevant? Bei der Realisierung einer Webseite gibt es mehrere Bestandteile, die schlußendlich ein großes Ganzes ergeben. Hauptbestandteil moderner Homepages sind sogenannte Content-Management-Systeme (CMS), die eine getrennte Pflege von Inhalten und Programmcode (Quellcode) ermöglichen. Hinzu kommen Gestaltung und Design, um eine Website nach außen optimal zu präsentieren. Die Website als solche unterliegt nicht dem Urheberschutz (Quelle: www.internet4jurists.at). Jedoch unterliegen Bestandteile wie das zuvor angesprochene CMS – durch welches die Website eine Einheit bildet – dem Urheberrecht.

An dieser Stelle kommt nun das Abo-Modell ins Spiel. Auf was lässt sich der Kunde ein, wenn er eine Website auf Basis eines solchen Abos beaufragt? Diese Frage beantwortet ein Blick in die sehr klein geschriebenen AGBs der Firma Herold. Diese weisen daraufhin, dass Herold “sämtliche Urheber- und sonstige Immaterialgüterrechte an der CMS-Applikation und an den darüber generierten Websites” gehören. Dies betrifft: “Gestaltung, Aufbau, Design, Quellcode und von HEROLD bereitgestellte Inhalte(…)” (Quelle: §2 AGB_CMS_Applikation_V19_20170522.pdf). Dem Kunden wird lediglich ein zeitlich begrenztes einfaches Nutzungsrecht für die Dauer der Vereinbarung bzw. des Abos zugestanden. Auf deutsch: Sollte sich der Kunde irgendwann dazu entscheiden, seine Website bei einem anderen Anbieter hosten zu wollen, so darf er dies nicht, weil es ihm die vertraglich geschlossenen Vereinbarungen mit Herold untersagen. Ergo: Eine Neugestaltung bzw. Erstellung der Homepage wäre nötig, da auf das vorhandene CMS nicht mehr zugegriffen werden darf. Gleichermaßen verhält es sich mit den erstellten Inhalten wie Fotos, Texten und Grafiken. Auch hier gestattet Herold seinen Kunden eine ausschließliche Nutzung auf den von ihnen erstellten Websites. Nachfolgender Auszug zur Vertragslaufzeit bringt den Sachverhalt auf den Punkt:

“Mit Beendigung des Vertrages erlischt das Recht zur Nutzung der CMS-Applikation sowie der mittels der CMS-Applikation erstellten Websites und deren Hosting; eine Weiterverwendung bzw. Mitnahme der über die CMS-Applikation erstellten Websites, deren Gestaltung, Text, Design und Inhalten nach Vertragsbeendigung ist aufgrund bestehender Urheberrechte ausgeschlossen.” (Quelle: §7 AGB_CMS_Applikation_V19_20170522.pdf )

Dies bedeutet, dass auch vom Kunden selbst geschriebene Texte und Bilder nicht mehr dem ursprünglichen Urheberrecht unterliegen, sobald diese auf der, per Abo-genutzten, Homepage integriert sind.

Folgen einer Kündigung des Herold-Abos

Der Kunde muss sich darüber im Klaren sein, dass eine Website insbesondere erst mit der Zeit an Stärke gewinnt und im Ranking bei Google aufgrund verschiedener Kriterien – wie z.B. Backlinks, Website-Alter oder Keyword optimierter Inhaltsseiten – aufsteigt. Die fehlende Möglichkeit des Umzugs bzw. der Pflege der Website durch einen anderen Anbieter bindet den Kunden dauerhaft an das oben erwähnte Abomodell und zwingt ihn quasi dazu, das Abo aufrechtzuerhalten. Wichtig ist somit vor Abschluss eines solchen Vertrages genau zu erwägen, ob die Bereitschaft vorhanden ist, den monatlichen Abo-Beitrag so lange zu bezahlen, wie die Notwendigkeit einer Webseite besteht. Und generell besteht diese Notwendigkeit über viele Jahre – vor allem bei Unternehmern, die zunehmend mehr Kunden generieren. Hiermit bindet man sich an vorgegebene Strukturen wie das Hosting oder auch den Support an eine Firma. Nach Kündigung verliert man das Nutzungsrecht und muss die Neugestaltung und Implementierung der eigenen Website erneut in Auftrag geben. Erschwerend kommt hinzu, dass insbesondere auch die Texte nicht 1:1 wiederverwendet werden dürfen, da Herold das Urheberrecht diesbezüglich für sich beansprucht.

Auch das Thema Domain gestaltet sich bei Buchung über den Anbieter Herold als sehr diffizil. Im Standard Website-Paket ist bereits eine Wunschdomain inkludiert. Allerdings erhält nicht der Kunde bei Registrierung der Domain sämtlich Rechte, sondern die Firma Herold. Hinzu kommt, dass diese Rechte auch nach Kündigung des Abos weiterhin bei Herold verbleiben. Selbst wenn sich der Kunde also für eine Neugestaltung und Implementierung seiner Website entscheidet, so ist dies nicht ohne weiteres unter der bisher verwendeten und registrierten Domain möglich. Hierfür muss diese kostenpflichtig übernommen werden. Auszug aus den AGBs (Quelle: §9 AGB_CMS_Applikation_V19_20170522.pdf):

Eine Übertragung der Rechte an der Domain auf den Kunden während oder nach Beendigung der Vereinbarung mit HEROLD ist nur mit ausdrücklicher Zustimmung von HEROLD kostenpflichtig möglich.
Aktuell kann ich keine Aussage dazu treffen, inwiefern Herold hier bzgl. der Zustimmung seinen Kunden entgegenkommt. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass bei Buchung eines Zusatzproduktes (Domain-Pack) der Kunde die vollständigen Rechte an der registrierten Domain erhält. Hierfür fällt ein zusätzlicher jährlicher Beitrag von 80,- EUR an (Stand: August 2017).
 

Fazit

Zum Abschluss soll folgendes Rechenbeispiel kurz erläutern, welche Kosten für eine kleinere Webseite über den Abo-Zeitraum hinweg entstehen. Das Basispaket “Webdesign per Telefon” kostet 690 € EUR pro Jahr. Dieses beeinhaltet 3 Content-Seiten (Seiten mit Inhalten – wie z.B: Firmenprofil oder Dienstleistungen), was dem Durschnittskunden im Normalfall nicht genügen wird. Stellt sich der Kunde nämlich auf einer eigenen Seite selbst vor und präsentiert seine Dienstleistungen und seine Firmenphilosophie, sind 3 Inhalts-Seiten schnell überschritten. Für 5 zusätzliche Content-Seiten stellt Herold jedoch weitere 190 EUR pro Jahr in Rechnung. Somit lässt sich für insgesamt 8 Content-Seiten folgende Kostenaufstellung durchführen:
LeistungPreis pro Jahr
Webdesign per Telefon (inkl. 3 Conten-Seiten)690,- EUR
5 zusätzliche Content-Seiten190,- EUR
Gesamt880,- EUR

Bei einer Mindestvertragslaufzeit von 3 Jahren investiert der Kunde also 2640,- EUR und bindet sich dauerhaft an den Anbieter. Dieser hat keine Möglichkeit nach Ablauf der Vertragslaufzeit seine bestehende Website zu einem anderen Hosting-Anbieter umzuziehen, da sämtliches Nutzungsrecht nach Kündigung erlischt. Auch die Inklusiv-Domain gehört nicht dem Kunden selbst, sondern er müsste diese nach Vertragsende Herold kostenpflichtig abkaufen. Die Modalitäten hierfür erscheinen weder transparent noch sicher. Zu allem Überfluss können bisher verwendete Texte und Grafiken nicht auf der neuen Website verwendet werden, da die Urheberrechte bei Herold liegen.

Bereits im vorherigen Kapitel wurde angesprochen, dass eine Website erst mit zunehmender Zeit und natürlich auch aufgrund von Keyword- und Text- Optimierungen der einzelnen Seiten an Stärke gewinnt. Während bis dato aufgebaute Backlinks oder Socials Signs durch die Mitnahme der bisher verwendeten Domain bewahrt werden können (Off-Site-Optimierungen), wirkt sich der Wegfall Keyword optimierter Inhalts-Seiten und weiterer Elemente (On-Site-Optimierungen) negativ auf die Bewertung durch die Suchmaschine aus.

Abschließend sei erwähnt, dass das angebotene Produktmodell der Firma Herold auf den ersten Blick lukrativ und überzeugend erscheint. Der Kunde nimmt sich jedoch jede Möglichkeit der Flexibilität im Hinblick auf die Auswahl seines Web-Dienstleisters und Hostinganbieters. Gleichzeitig überträgt er implizit durch Vertragsabschluss und Erfüllung dessen seine Urheberrechte auf einem höchst bedenklichen und fragwürdigen Weg an die Firma Herold. Für unwissende Kunden enttarnt sich der abgeschlossene Vertrag als intransparente Einbahnstraße, aus welcher kein Weg mehr zurückführt. Insbesondere wenn ein Webauftritt längerfristig (ab ca. 2 Jahre) aufgelegt werden soll und nur normale bis wenige Änderungen anstehen, wird das Abomodell auf Dauer zum Kostenfaktor.